2.4 Kulturelles Leben in Mainz
Der kulturelle Reichtum einer Stadt zeigt sich nicht an den millionenschweren Aufwendungen für Prestigeprojekte, sondern an der Vielfältigkeit, dem Niveau und dem Maß der Beteiligung der Menschen am kulturellen Leben. Deshalb lehnen wir auch eine finanzielle Beteiligung der Stadt an den vom Land aufzubringenden Kosten ab. Bereits jetzt zahlt die Stadt jährlich mehr als 10 Millionen Euro an Zuschüssen (über 80 % der gesamten Zuweisungen im Kulturbereich) für das Staatstheater, während Mittel für die übrigen Projekte weiter gekürzt wurden. Wir erwarten, dass das Land die Stadt Mainz bei den Ausgaben für das Staatstheater stärker entlastet.
ödp/Freie Wähler wollen die Mainzer Kultur möglichst breit fördern:
• Das historische Erbe muss erhalten und gepflegt werden. Mittelalter und Neuzeit sind gleichwertig neben der Römerzeit zu berücksichtigen. Besonders Stadtmauer, Holzturm und Eisenturm benötigen Finanzmittel und Konzepte.
• Der Erweiterungsbau für das Gutenberg-Museum ist überfällig.
• Das Zentrum Baukultur ist als weitere Attraktion in der Stadt zu betrachten. Es bedarf der Ansiedlung an einer auch für Touristen fußläufig erreichbaren Stelle in der Altstadt.
• Es bedarf der Weiterentwicklung von Nutzungskonzepten unter Beteiligung der Bürger: In das Kurfürstliche Schloss muss der fehlende große Konzertsaal integriert werden, nach dem Auszug der römischen Ausstellungsobjekte aus dem Landesmuseum muss neu geplant werden, neue Nutzungskonzepte für Eltzer Hof, Brückenturm und FH-Gebäude sind nötig.
• Wir erwarten eine Existenz- und Standortsicherheit für Kunst- und Kultureinrichtungen, Vereine und Initiativen: KUZ, Stadtkino CinéMayence.
• Wir begrüßen das neue Konzept der Direktion für das Naturhistorische Museum, das Bestandssicherung und Fortentwicklung erzielen kann.
• Wir setzen uns für ein Museum der Mainzer Geschichte unter Einbeziehung des Stadtarchivs und des seit langem diskutierten Fernsehmuseums ein. Der Förderverein „Stadthistorisches Museum“ muss in seinen Bemühungen, Räumlichkeiten für die Ausstellung seiner Sammlung von historischen Gegenständen zu finden, unterstützt werden. Aus Kostengründen soll die Nutzung derzeit leerstehender Gebäude für diese Zwecke geprüft werden.
• Wir freuen uns, dass die Phönixhalle durch Vertragsverlängerung weiter als Einrichtung für Kulturveranstaltungen zur Verfügung steht.
• Das „Römische Mainz“ muss im Rahmen des Tourismus gefördert werden. Auch das kulturelle Erbe unserer über 2000 Jahre alten Stadt ist eine Wirtschaftsbasis, auf der sich stärker aufbauen lässt.
• Mainz als Tourismusziel muss durch klare attraktive Ausschilderung, Stadtpläne am Hauptbahnhof, einen Infopavillon am Bahnhof und andere Maßnahmen besser gefördert werden. Das bisherige schlechte Management des Verkehrsvereins in der Selbstdarstellung von Mainz darf nicht so weitergehen.
• Wir wollen ein Bürgerhaus in der Neustadt. Der ideale Standort wäre die in den nächsten Jahren frei werdende ehemalige Kommissbrotbäckerei.
• Das Open-Ohr-Festival auf der Zitadelle sollte von der Stadt weiterhin nach besten Kräften finanziert und ideell sichergestellt werden. Es ist ein wichtiges Kulturereignis für die Jugend in Mainz und das Rhein-Main-Gebiet.
• Wir wollen mehr Geld für freie Kulturinitiativen und Fastnachtsvereine.
