3.2 Umwelt – Naturschutz – Landwirtschaft

• In Rheinland-Pfalz sind 33 % der Bäume den Waldschadensklassen 2-4 zuzuordnen. Auch die Bäume des Lennebergwaldes und des Ober-Olmer Waldes weisen Waldschäden auf. Neben allen kommunalen Bemühungen zur Reduzierung von Schadstoffen müssen zusätzliche Flächen zur Aufforstung bereitgestellt werden.
• Ziel der Grün- und Naturschutzplanung muss sein, 15 % der unbebauten Fläche in Mainz unter Schutz zu stellen und durch Renaturierungsmaßnahmen aufzuwerten. Die Unterschutzstellung des Finther Höllenberges als Naturschutzgebiet begrüßen wir ausdrücklich. Dabei sollte aber darauf geachtet werden, dass der Naturschutz mit und nicht gegen die Menschen betrieben wird. Wir wollen einen zweiten Mainzer „Grüngürtel“ und die Voraussetzungen dafür schaffen, dass ein Flora-Fauna-Habitat (FFH )Gebiet vom Ober-Olmer Wald über den Flugplatz, Höllenberg, mittels grüner Brücken über die Autobahn, Gonsenheimer Wald, Uhlerborner Weiher bis zum Rheinufer entstehen kann.
• Öffentliche Grünflächen sollen nach den Grundsätzen der naturnahen Gartengestaltung bepflanzt werden, um einen wirksamen Beitrag zum Artenschutz zu leisten. Damit werden Naturerlebnisräume in der Stadt geschaffen und der städtische Haushalt kann von Pflanz- und Pflegemaßnahmen entlastet werden.
• Das Naturschutzgebiet Mainzer Sand muss besser geschützt werden, um z. B. seltene Pflanzen wie die Sandlotwurz (einziger Standort in Deutschland) zu schützen. Wir fordern die Freigabe des Mainzer Sands durch das amerikanische Militär.
• Ein städtischer Lärm-Minderungsplan nach § 47a Bundesimmissionsschutzgesetz soll erstellt bzw. fortgeschrieben und umgesetzt werden, um die Bürgerinnen und Bürger vor gesundheitsschädigendem Lärm zu schützen. Im Lärm-Minderungsplan soll zur Umsetzung durch die Verwaltung verbindlich vorgeschrieben werden, Vorhaben im Verkehrs- und Gewerbebereich nur noch dann zu genehmigen, wenn dabei das heutige Lärmniveau oder ein Beurteilungspegel von 65 dB(A) und nachts von 45 dB(A) deutlich unterschritten wird.
• In der Frage der Geruchsbelästigung aus dem Mainzer Industriegebiet wollen wir in einem offensiven Dialog mit den verantwortlichen Unternehmen zu einer nachhaltigen Lösung kommen. Es sollten alle technischen Möglichkeiten ausgenutzt werden, das Geruchsproblem dauerhaft zu beseitigen. Es ist nicht akzeptabel, dass so wie bisher zu beliebigen Zeiten Zehntausende Mainzer und Wiesbadener Bürger durch Gerüche belästigt werden, auch wenn diese möglicherweise nicht gesundheitsgefährdend sind.
• Die Geruchsbelästigungen durch das Humuswerk in Essenheim müssen ein dauerhaftes Ende haben. Hier wäre ein Biogaskraftwerk die Lösung.
• Mainz muss gentechnikfreie Zone werden. Alle landwirtschaftlichen Grundbesitzer (private Landwirte, Land, Kommunen, kirchliche und andere Körperschaften) werden aufgefordert, einen rechtsverbindlichen Vertrag zum Verzicht auf die Freisetzung von gentechnisch veränderten Organismen abzuschließen.
• Sämtliche Agrarflächen in Mainz müssen erhalten bleiben. Sie sollen ökologisch vernetzt werden, und zwar auch mit dem Mainzer Umland.
• Die landwirtschaftlichen Betriebe sollen für Leistungen im Rahmen des Naturschutzes, der ökologischen Vernetzung und der Biotop-Pflege entlohnt werden.
• Die anerkannte kontrolliert integrierte Landwirtschaft, vor allem aber die ökologische Landwirtschaft sollen besser gefördert werden.
• Wir befürworten den Aufbau eines Erzeuger-Verbraucher-Rings bzw. Werbung für zusätzliche Ab-Hof-Verkaufsangebote für landwirtschaftliche Produkte.
• Regenerative Energiequellen im Agrarbereich sind kommunal zu fördern: Wir wollen die Unterstützung von Initiativen und Landwirten, die sich mit Biogas, Biomasse und Riesen-Chinaschilf (C4-Pflanzen) beschäftigen und Versuchsflächen anlegen. Schilfgras kann beispielsweise in Biomasse-Heizkraftwerken CO2-neutral verfeuert oder als Isolier- und Verpackungsmaterial verwendet werden.
• Dem Flächenverbrauch zu Lasten der Landwirtschaft muss Einhalt geboten werden.
• In Fortsetzung der Grünbrücke soll eine Brücke bis zur Petersaue gebaut werden für Freizeit und Erholung.