5.1 Sport und Gesundheit
Unser Lebensraum Rhein-Main stellt als Ballungsgebiet eine gesundheitliche Dauerbelastung dar. Eigenverantwortlichkeit und bewusste Lebensführung stoßen an ihre Grenzen. Dies zeigt der alarmierende Anstieg chronischer Atemwegserkrankungen, Allergien und psychosomatischer Leiden. Neben den biologischen Faktoren (negative Umwelteinflüsse) sind auch psychische und soziale Aspekte, die zu einer Erkrankung führen, unübersehbar (wie beispielsweise Arbeitslosigkeit, Konfliktstress im Wohn-, Verkehrs- und Freizeitbereich).
Die kommunale Gesundheits- und Sportpolitik ist für uns ein wichtiges Handlungsfeld:
• Lärm belastet die Gesundheit. Neben Lärmvermeidung und Lärmschutzmaßnahmen ist es deshalb besonders wichtig Naherholungsgebiete zu erhalten und neue zu schaffen. Erholungssuchenden muss die Möglichkeit der Regeneration vor der Haustür gegeben sein. Naturschutz, Stadtbiotope und der naturnahe Ausbau von Naherholungsflächen wie z. B. dem Stadtpark und der Rheinuferzone sind wichtig. In Mainz fehlen saubere Gewässer wie z. B. Badeseen.
• Die Kommune sollte die Förderung von Bildungsangeboten zur bewussten Lebensführung zu den Themen Ernährung, Freizeitgestaltung, biologisches Bauen und Alternativmedizin intensivieren. Die „Mainzer Gesundheitstage“ sollten daher jährlich stattfinden.
• Die Situation der öffentlichen Toiletten ist mangelhaft.
• Hundekot ist ein ungelöstes Hygieneproblem. Die Hundesteuer muss verstärkt zu Vermeidungs- und Aufklärungskampagnen verwendet werden. Bleiben die Hundehalter uneinsichtig, muss die Hundesatzung verschärft werden (Bußgelder, hundefreie Zonen auf Naherholungswegen und Spielwiesen oder gar in der Fußgängerzone). In den Innenstadt-Bezirken sollten ferner „Hundetoiletten“ eingerichtet werden, wo die Hunde ihr „Geschäft“ erledigen können.
• Vollwertige und regionale Nahrungsmittel müssen in Einrichtungen kommunaler Trägerschaft, wie z. B. Schulen, Mensen und Kantinen, angeboten werden.
• Wir wollen einen gesundheitsverträglichen Mobilfunk mit niedrigen Strahlengrenzwerten. Wir setzen uns dafür ein, dass die Stadt ein Konzept erstellt, mit dem die Standortfrage für Mobilfunkanlagen sinnvoll gelöst wird. Ziel ist es, die Menschen weitgehend vor elektromagnetischen Emissionen zu schützen. Durch Offenlegung aller Informationen soll die Sensibilisierung der Bevölkerung für die Gefahren des Elektrosmogs erhöht werden.
• Eine breite Vielfalt von Gesundheitsinitiativen und Selbsthilfegruppen existiert in Mainz. Deren Erhalt gilt es organisatorisch und finanziell auch in Zukunft abzusichern.
• Der Erhalt und Ausbau der ambulanten Serviceleistungen und der sozialen mobilen Dienste (Notruf, Transport, Essen auf Rädern, Behindertenfahrdienste) muss sichergestellt werden. Die entsprechenden Organisationen (z. B. DRK, Caritas) sollten in ihrem Leistungsangebot und ihrer Struktur überschaubar sein.
• Pflegeberufe müssen besser bezahlt werden und Überlastungen abgebaut werden.
• Das barrierefreie und behindertenfreundliche Bauen gemäß der Landesbauordnung Rheinland-Pfalz muss in der Stadtplanung konsequent umgesetzt werden. Dies betrifft vor allem öffentliche Gebäude in Mainz (Problembeispiele Staatstheater Mainz, Ortsverwaltungen). Wir wollen außerdem den ebenerdigen Umbau der Straßenbahnhaltestellen „Kurmainz-Kaserne“ (Hechtsheim) und „An der Bruchspitze“ (Gonsenheim) und einen behindertengerechten Aufzug im Bahnhof Römisches Theater.
• Grundsätzlich soll der ehrenamtliche Breiten- und Jugendsport Vorrang vor dem Profisport haben. Dringend erforderlich ist daher die Sanierung der Mainzer Sportanlagen.
• Um Geld zu sparen, sehen wir vom herkömmlichen Norm-Sportstättenbau ab und bevorzugen Mehrzweck-Anlagen mit variabler Ausstattung (mobile Tore, Netze, weitere Ballspiele auf Tennisplätzen), die auch freies kreatives Spielen ermöglichen und andere Nutzungsoptionen offen halten.
• Wir unterstützen die Erweiterung und Sanierung der Kultur- bzw. Sporthalle in Marienborn und den Bau der Finther Sporthalle.
• Die fehlenden Sport- und Schwimmbadkapazitäten für Schülerinnen und Schüler sind bei den Sportplanungen ebenso zu berücksichtigen.
• Das derzeitige Angebot in den Schwimmbädern ist unzureichend. Statt aber die Lösung nur in privaten Schwimmerlebnisparks zu sehen, brauchen wir eine kinder- und familienfreundliche Umgestaltung des bestehenden Mombacher Bades. Dauernutzer (Vereine, Schulen, Senioren) erwarten einfache, aber moderne und funktionelle Standards, u.a. mit Sonnenenergienutzung und sozialverträglichen Eintrittspreisen.
• Wir wollen den Erhalt der Eissporthalle am Bruchweg unter Berücksichtigung konkretisierter Erweiterungsplanungen beim Stadion.
• Die Öffnung der Sportstätten ist stärker auch für Nichtorganisierte zu ermöglichen. Durch die Einführung eines Mainzer Sporttickets in Absprache mit den Sportvereinen wäre dies möglich. Dies ermöglicht den Nichtorganisierten bzw. den Vielfachinteressierten in Form einer Abonnement-Berechtigungskarte die unterschiedlichen Sporteinrichtungen in Mainz zu nutzen und somit die Bandbreite des Mainzer Sportlebens kennen zu lernen.
